Haus B, Epenwöhrden

Projektbeschreibung

Was die beiden Bewohner dieses auf so seltene Art einfachen Hauses sagen, wird die Herzen der Architekten und ihrer Standesvertretung höher schlagen lassen: Weil sie mit Architekten gebaut haben, bekamen sie exakt das, was sie sich vorgestellt hatten.

Und dieser Gewinn an Individualität kostete sie nicht mehr als ein vergleichbar großes Haus „von der Stange".

Die Besonderheit dieses äußerlich kleinen, innen aber bemerkenswert großen, dazu außerordentlich energieeffizienten Hauses ist seine Offenheit. Durch sehr große Fenster an den Längsseiten kann man von der Straße, die eher ein Weg in die Weite der Wiesen ist, bis auf die Koppel dahinter hindurchsehen. Die Mitte nimmt ein einziger Raum ein, vom Fußboden aus nacktem Estrich, auf den garantiert nicht irgendwann noch ein Teppichboden gelegt werden wird, bis hinauf zum First. Küche, Wohnraum, Essplatz, Kaminecke – alles befindet sich unter dem Dach dieser hohen Halle.

Selbst das Badezimmer lagert sich offen an. Die wenigen Möbel stehen auf Rollen und lassen sich schnell neu arrangieren. Eine bewusst so gewählte einfache Aussage wie bei einem kleinen landwirtschaftlichen Zweckbau unterscheidet sich extrem von der Vielfalt anderer Neubauten auf dem Dorf. Mit einem Blick ist alles erfassbar.

Es gibt eine Galerie mit zwei offenen Arbeitsplätzen, und eine frei im Raum stehende Treppe führt zum ausnahmsweise geschlossenen Schlafraum. Die Kompromisslosigkeit der Gestalt ist nicht kalt, sondern sie liefert den Rahmen für ein lebendiges, individuelles Wohnen mit starkem Landschaftsbezug. Die einfache Form am äußersten Ortsrand erklärt sich selbst. Der freie Westblick, für den der Zentralraum auch geschaffen wurde, ist überwältigend. Das Lärchenholz der Fassade wird im Laufe der Jahre immer heller werden und sich dem Grau der Dachdeckung aus Faserzementplatten angleichen. Die körperhafte Wirkung des Hauses wird sich dann vollends entfaltet haben.