Neubau einer Grundschule mit offenem Ganztag, Wanderup

Projektbeschreibung

Ausgangslage
Die Gemeinde Wanderup liegt in Schleswig-Holstein zwischen Flensburg und Schleswig.
Wanderup verbindet die Vorzüge des Wohnens auf dem Lande und kurzen Wegen nach Flensburg, Husum oder Schleswig. Die A7 in Tarp, der Bahnhof Tarp, stündliche Busverbindungen nach Flensburg und Husum runden das Mobilitätsangebot ab.
Die bestehende Grundschule in Wanderup liegt an der Tarper Straße am östlichen Ortsausgang. Östlich des Schulgrundstücks befindet sich der Sportplatz, auf dem bereits seit 2023 eine Containeranlage den wach-senden Platzbedarf der Schule abdeckt. Westlich des Schulgrundstücks befindet sich das Heimatmuseum im alten Schulgebäude von 1859.

Auf dem Schulgelände wurde 2017 ein Kindergarten neu gebaut, welcher zusammen mit der Schule und den dazugehörigen Außenanlagen den so genannten „BildungsCampus" bildet. Für die Schulkinder, die Kinder in der „offenen Ganztagsschule" und die Kindergartenkinder steht ein warmer Mittagstisch über die Mensa in dem Neubau von 2017 zur Verfügung. Die Küche bleibt erhalten und soll zukünftig auch den Neubau der Offenen Ganztagsschule bedienen.

Die schon 2019 genehmigte Offene Ganztagsschule beschäftigt vier Mitarbeiter*innen. Mit der OGS wird die Betreuung der Kinder von 7 Uhr bis 16 Uhr sichergestellt.
Die Grundschule Wanderup arbeitet seit 2022 nach dem so genannten „Poolmodell", welches ein breit gefä-chertes Unterstützungssystem aufbaut, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht zu werden. Dieses System umfasst ein Netzwerk von Schulbegleitungen, welches bei Problemen eingreifen und die Kinder und Eltern unterstützen kann.
Es sollen folgende Ziele erreicht werden:

- Verbesserung der pädagogischen Unterstützung in der Klasse
- frühzeitige Hilfe für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf
- positive Lernatmosphäre in der Schule
- festes pädagogisches Personal
- langfristige Teambildung
- sicherer Arbeitsplatz für Schulbegleitungen
- Fort- und Weiterbildung des Teams (Qualitätssicherung und -verbesserung)

Die Schule wird als „zweites Zuhause" begriffen und soll dies auch in der architektonische Anmutung ver-wirklichen. Warme Materialien, vielfältige Raumbeziehungen, Lern- Rückzugs- und Gemeinschaftsorte sollen entstehen.

Die Bestandsbauten der Schule aus den 50er und 60er Jahren werden den aktuellen pädagogischen, funkti-onalen und räumlichen Anforderungen einer modernen Ganztagesschule nicht mehr gerecht. Der Bestand ist geprägt von einer kleinteiligen und dunklen Raumstruktur, die kaum Möglichkeiten für differenzierte Lern-formen, offene Unterrichtskonzepte oder klassenübergreifendes Arbeiten bietet. Flexible Nutzungen, för-dernde Lernumgebungen sowie Aufenthalts- und Rückzugsorte – elementare Bausteine moderner Schular-chitektur – lassen sich im derzeitigen Gebäude nicht abbilden. Die Gebäude sind zudem zu klein, um den räumlichen Anforderungen der OGS und den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden.

Im Rahmen des zukunftsgerichteten Schulkonzeptes und der gelebten Offenen Ganztagsschule wird der Schulraum in Wanderup neu gedacht und ein Neubau einer zweizügigen offenen Ganztagesschule für insge-samt acht Klassen entwickelt. Das alte Schulgebäude wird abgerissen. Während der Bauphase werden die Schülerinnen temporär in Containern untergebracht, die neben der bestehenden Containeranlage auf dem angrenzenden Sportplatz Platz finden. Der Abbruch beinhaltet auch einige Nebenräume der Sporthalle, die funktional zeitgleich mit dem Neubau als Anbau ergänzt werden.

Ziel ist es, eine Lernwelt zu schaffen, die der Entwicklung des heranwachsenden Menschen gerecht wird - räumlich wie inhaltlich. Die Schule wird zum sozialen Mittelpunkt im Ort, ein Ort des Lernens, der Gemein-schaft und der Identifikation – ein Stück neue Heimat für die Kinder der Gemeinde Wanderup.

Städtebauliche Verortung
Der Schulbau erstreckt sich zwischen der stark befahrenen „Tarper Straße" und der verkehrsberuhigten Straße „Am Sportplatz" im Osten von Wanderup. Durch die Verortung des Neubaus entsteht ein campusähn-liches Gefüge für zurzeit rund 150 Schülerinnen, das unterschiedliche Bildungs- und Freizeitangebote zu ei-nem zusammenhängenden Ort des Lernens und Lebens verbindet. Am Rande des Bildungsareals zwischen dem bestehenden Kindergarten mit Mensa und Küche, der Turnhalle und dem Jugendzentrum wird ein kom-paktes Schulgebäude errichtet, das die bestehende Fläche neu definiert. Im Norden entsteht ein gemeinsa-mer identitätsstiftender Schulhof. In direktem Bezug zum bestehenden Kindergarten formuliert er einen ge-meinsamen Ankommens- und Begegnungsort, der das Miteinander von Klein und Groß fördert. Die Erschlie-ßung erfolgt fußläufig durch mehrere Wege, die in den zentralen Schulhof münden. Am stärksten frequentiert ist die Erschließung über Norden kommend. Die Zuwegung im Osten ist an die bestehende Bushaltestelle angebunden und gewährt insbesondere Kindern, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, ei-nen sicheren Zugang. Eine weitere Zuwegung verortet sich angrenzend an das Wohngebiet von Westen als Nebeneingang und entzerrt die morgendliche stark frequentierte Zeit vor dem Schulbeginn.

Freiraum und landschaftliche Einbindung
Im Süden wird der Neubau bewusst von der Grundstücksgrenze zurückversetzt, um eine großzügige Grünzo-ne mit Baumbestand als natürlichen Übergang zur stark frequentierten Straße zu erhalten. Diese grüne Puf-ferzone fungiert nicht nur als Schutzraum, sondern trägt maßgeblich zur Aufenthaltsqualität bei.

Die Freiraumgestaltung rund um das Gebäude orientiert sich an den Bedürfnissen eines zeitgemäßen Ganz-tagesschulbetriebs. Es entstehen naturnahe Aufenthalts- und Spielbereiche mit unterschiedlichen Qualitäten – Rückzugsorte, Bewegungsflächen, Schulgartenbereiche - die den pädagogischen Alltag ergänzen und das informelle, soziale Lernen im Freien fördern. Gut erhaltende Spielgeräte werden erhalten oder wiederver-wendet ergänzen das Aufenthaltsangebot für die Schüler und Schülerinnen.

Architektonische Setzung
Der Baukörper fügt sich durch seine maßstäbliche Höhenentwicklung und das begrünte Flachdach sensibel in die vorhandene Nachbarbebauung ein. So entsteht ein Neubau, der nicht nur funktional, sondern räumlich in die Gemeinde Wanderup eingebettet ist – als neuer, zentraler Baustein im sozialen Gefüge der Gemeinde.

Die Stirnseiten des Schulbaus entwickeln sich durch ihre Situation zu eigenständigen Orten mit spezifischer Funktion: die nördliche Stirnseite wird zum zentralen Haupteingang. Die vorgelagerte großzügige Pausenhof-fläche bildet das kommunikative Herz des Freiraums. Im Sommer wird sie zusätzlich bestuhlt und als Frei-luftmensa genutzt – ein Ort, der zum gemeinsamen Essen, Pausieren und Begegnen einlädt. Das großzügige Vordach mit Balkonterrasse ermöglicht das geschützte Ankommen für die Schüler und Schülerinnen. Die der Straße zugewandte Seite hingegen wird durch die Begrünung von der Straße abgeschottet und bildet unter-schiedlich strukturierte Grünflächen für klein und groß aus. Eine an das Gebäude angrenzende Terrasse, die über die Aula erschlossen wird, ermöglicht das Verweilen während Veranstaltungen in den Abendstunden.

Erschließung und Organisation
Die Organisation der zweigeschossigen Schule verläuft entlang einer zentralen Verbindungsachse abgestuft von öffentlichen Bereichen, hin zu ruhigeren, introvertierten gruppierten Nutzungseinheiten. Am Ende der Achse schließen sich die Fluchttreppenhäuser an, dazwischen strukturieren kompakte Sanitärkerne den Grundriss und fassen jeweils die angrenzenden Lernbereiche. Das zugrundliegende Konzept basiert auf ei-nem Doppelflursystem mit einem mittig verlaufenden Betonkern, der diese Struktur immer wieder unterbricht und Raumsequenzen sowie offene Flächen generiert.

Vom Schulhof kommend betreten die Kinder über das großzügige Vordach und einen Windfang den licht-durchfluteten Eingangsbereich. Beidseitig der zentralen Treppenanlage erschließt sich die Zentralgarderobe, in der die Schüler und Schülerinnen morgens ihre Straßenschuhe gegen Hausschuhe tauschen, bevor sie sich in ihre jeweiligen Cluster verteilen. Die Garderobe ist sowohl über die Aula beidseitig als auch über einen Nebeneingang auf der Westseite zugänglich, was eine Entzerrung des morgendlichen Ankommens ermög-licht.

Im Anschluss öffnet sich ein großzügiger Raumverbund aus Aula, Bühne und Mensa, der das kommunikative Herzstück der Schule bildet.

Die Aula fungiert als zentraler Verteilerraum und zugleich als offener, einladender Ort für Kommunikation, Aufenthalt und informelles Lernen. Gemeinsam mit der zentralen Haupttreppe entsteht hier eine offene Lern-landschaft. Die großzügig gestaltete Sitztreppe aus Sichtbeton lädt die Schüler und Schülerinnen zum ge-meinsamen Lernen, Pausieren und Entspannen ein. Unterschiedliche Lern- und Sozialformen sowie ein krea-tives Miteinander werden dadurch gefördert. In Verbindung mit dem angrenzenden Musikraum, der durch eine mobile Trennwand flexibel abgetrennt oder geöffnet werden kann, entsteht eine große offene Halle mit Bühnensituation, die für schulische Veranstaltungen, Aufführungen und Versammlungen genutzt werden kann. Temporär nutzbare Bühnenelemente ergänzen den Bühnenbereich bei Veranstaltungen und können je nach funktioneller Nutzung im Raum frei positioniert werden. Die große einladende Treppenanlage mit Tri-bünenfunktion erschließt das obere Geschoss und erweitert zudem das räumliche Erlebnis. Der großzügige zweigeschossige Luftraum über der Aula erlaubt Blickbeziehungen und macht die Bühne aus verschiedenen Perspektiven erlebbar. Zwei große Dachfenster, die in ihrer Tiefe über den gesamten Luftraum spannen, sorgen neben der Funktion als RWA- Anlage für natürliches Licht von oben und eröffnen den Blick in den Himmel.

Nördlich der Aula schließt sich die Mensa an. Sie dient ausschließlich der Essensausgabe- und einnahme, das Kochen erfolgt weiterhin im angrenzenden Kindergarten. Großflächige bodentiefe Verglasungen öffnen den Raum zum Freiraum und schaffen eine enge Verbindung zwischen Innen und Außen. Im Zusammenspiel mit dem vorgelagerten Freiraum entsteht ein Ort, der im Sommer zum Essen im Freien einlädt und damit den Ganztagesschulbetrieb auch im Außenraum spürbar macht.
Im Erdgeschoss sowie im Obergeschoss ordnen sich westlich der Verwaltungstrakt und die Räumlichkeiten für die Lehrenden an. Diese Zone ist funktional klar vom allgemeinen Schulbetrieb ablesbar und dennoch effizient in den internen Ablauf eingebunden.

Nach Osten hin gliedern sich auf beiden Ebenen entlang der Verbindungsachse die Klassen in Clustern an, die jeweils um einen offenen Lernbereich gruppiert werden. Ergänzende Lernzonen mit unterschiedlichen Qualitäten erweitern das Raumangebot – teils stärker am Geschehen, teils zurückgezogen –unterstützen sie differenzierte Lern- und Unterrichtsformen. Während die zentrale Haupttreppe und der Bereich vor der Biblio-thek großzügige, dem Geschehen zugewandte Lernlandschaften, für Schüler und Schülerinnen ausbilden, bieten Bereiche wie etwa die Brücken entlang des Luftraumes oder Flächen der Erschließung Raum für Rückzug oder individuelles Lernen.

Darüber hinaus ergänzen spezielle Fachräume das Raumangebot: Im Erdgeschoss befindet sich ein Kreativ-raum mit angrenzendem Trockenraum und vorgelagerter Terrasse, die im Sommer als Ausstellungsfläche oder zum Trocknen von Kunstwerken genutzt werden kann. Im Obergeschoss ergänzen Bibliothek, Bauraum und Ruheraum das Angebot, die für fachspezifische Lerneinheiten zur Verfügung stehen.

Der Balkon im Obergeschoss, direkt angebunden an den offenen Lernbereich, erweitert diesen nach außen hin und lädt in den wärmeren Sommermonaten zum gemeinsamen Aufenthalt im Freien ein.

Cluster
Die Clusterstruktur innerhalb des Schulgebäudes ermöglicht eine pädagogische Flexibilität und schafft zu-dem räumliche Synergien. Jedes der Cluster umfasst vier Klassenräume sowie zwei Differenzierungsräume, die um einen zentralen offenen Lernbereich gruppiert sind. Die Offenen Lernbereiche ermöglichen durch ihre zentrale Positionierung ein ruhiges Lernen, laden zum Verweilen ein und bilden einen „Dorfplatz" innerhalb des Clusters aus. Sie verbinden die Klassen als multifunktionale, pädagogisch flexibel nutzbare Gemein-schaftsbereiche, sodass ein Miteinander entsteht. Über das angrenzende Treppenhaus wird der Lernbereich zusätzlich natürlich belichtet.
Um diese Mitte herum organisieren sich die Unterrichts- und Differenzierungsräume, sowie alle notwendigen Nebenräume, einschließlich der Sanitärbereiche. Die direkt an die Klassenräume angeschlossenen Differen-zierungsräume, ermöglichen eine individuelle Nutzung, etwa für Phasen des stillen Arbeitens, individuelle Förderung oder klassenübergreifendes Lernen in Kleingruppen.

Die Klassenzimmer selbst halten sich in ihrer Materialität zurück. Weiß verspachtelte Wände, und Einbaumö-bel mit Rückzugsnische aus Holz treffen auf große Fensterfronten. Von dort aus haben die Kinder einen Blick in den Pausenhof oder in die Grünanlagen im Süden und Osten. Rollbare Raumteiler können je nach Unter-richtssituation individuell angeordnet werden, fördern sowohl das Lernen im Stillen als auch das Lernen in kleineren und größeren Gruppen und ermöglichen unterschiedliche Raumszenarien. Großflächige Glasele-mente in den Unterrichtsräumen öffnen sich dem offenen Lernbereich und schaffen eine visuelle Kopplung der Räume. Es entstehen bestens nutzbare Raumstrukturen, geprägt von unterschiedlichen Raumqualitäten, Ein- und Ausblicken.

Bauphysik
Der geplante Außenwandaufbau erfüllt den Wärmeschutz der aktuellen GEG und übertrifft diesen. Innensei-tig dient eine OSB-Platte als Dampfbremse, die Gefache werden mit Mineralwolle hochwärmegedämmt. Außenseitig schließt eine Holzweichfaserplatte den Aufbau diffusionsoffen und winddicht ab. Sie reduziert zugleich die Wärmebrücken durch die Holzstiele und -stützen – ein bewährtes Konstruktionsprinzip, das seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt wird. Zum sommerlichen Wärmeschutz erhalten die Fensterflächen der West- Ost- und Südfassade außenliegende Sonnenschutzelemente in Form von Zip-Screens, die das Gebäu-de vor Überhitzung schützten.
Die Dachflächen sind für eine großflächige Photovoltaikanlage ausgelegt. Deren Ertrag ist so dimensioniert, dass die Schule im Betrieb CO2- neutral betrieben werden kann und damit einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet.

Schallschutz
Anforderungen des Schallschutzes und der Raumakustik werden gemäß DIN berücksichtigt.

Belichtung und Beleuchtung
Der Neubau wird tagsüber natürlich belichtet. Die künstliche Beleuchtung wird gemäß DIN und EnEV ausrei-chend hell und energiesparend geplant.

Detaillierte Ausführungen zum Beleuchtungskonzept sind den Unterlagen des Elektrofachplaners zu ent-nehmen.

Haustechnik
Die haustechnischen Installationen bleiben in weiten Teilen des Gebäudes bewusst zurückhaltend und größ-tenteils unsichtbar. Die Verteilung der Elektro- und Lüftungsleitungen erfolgt überwiegend innerhalb der ab-gehängten Deckenbereiche der Flure. Grundlage des technischen Konzepts ist die natürliche Belüftung des Gebäudes. Ergänzend dazu kommen dezentrale Lüftungsgeräte zum Einsatz, die gezielt in den Sanitärräu-men, dem Musikraum sowie in den südlich gelegenen Differenzierungsräumen integriert werden. Die Leitun-gen der Lüftungsrohre in den Klassenräumen bleiben dabei teilweise sichtbar.
Zur zusätzlichen natürlichen Be- und Entlüftung dienen die beiden großflächigen, automatisch steuerbaren Dachfenster im Bereich der Aula. Diese ermöglichen in den Sommermonaten eine nächtliche Auskühlung des Raumes und unterstützen so das thermische Raumklima.

Da das Konzept einer Barfußschule verfolgt wird, werden die Räume mit einer Fußbodenheizung ausgestat-tet.

Detaillierte Ausführungen zum Belüftungs- und Technikkonzept sind den Unterlagen des Haustechnikplaners zu entnehmen.

Konstruktion und Tragwerk
Die zweigeschossige offene Ganztagesschule erstreckt sich als Baukörper über eine Länge von 68m und einer Breite von 23m, dessen Haupttragelemente aus Holz und Stahlbeton bestehen.

Das Gebäude wird in Holzskelettbau mit aussteifenden Stahlbetonkernen und -wänden konzipiert. Diese Bauweise ermöglicht eine offene, flexible Raumstruktur, die im Hinblick auf potenzielle Nachnutzungen eine einfache Anpassung der Raumaufteilung erlaubt. So kann das Schulgebäude auf veränderte pädagogische Konzepte oder neue Nutzungsphasen reagieren.

Innerhalb des Gebäudes gliedern Holzstützen den Grundriss, die statisch für die Gebäudekonstruktion wirk-sam sind. Um die Aula im Bereich der temporären Bühne stützenfrei ausbilden zu können, wird im Oberge-schoss ein sichtbarer Stahlfachwerkträger als tragende Wandscheibe ausgebildet.

Die zentrale Treppenanlage sowie die Fluchttreppenhäuser an den Gebäudeenden werden in Sichtbeton ausgeführt. Ergänzend dazu werden auch die dazwischenliegenden Sanitärkerne sowie drei weitere tragen-de Wände aus Beton gefertigt, die sich zurückhaltend in das räumliche Gefüge einordnen. Zur zusätzlichen Aussteifung dienen vier weitere Wandscheiben aus Massivholz.

Der Rest des Gebäudes basiert auf einem Holztragwerk mit sichtbaren Brettschichtholzstützen, längs zum Gebäude verlaufenden Unterzügen und darauf aufgelegte Holz- Kassettendecken, welche systembedingt bereits eine akustische Dämpfung integrieren. Die Untersichten der Decken sind als akustisch wirksame Holzdecke ausgebildet. In Teilbereichen, wie etwa im Flurbereich oder in den Differenzierungsräumen, wird die Decke zusätzlich mit einer Holzwollplatte abgehängt, hier entfällt die akustische Behandlung der Fertig-decke. Die Kassettendeckenelemente spannen in unterschiedlichen Richtungen: während in den Randberei-chen die Spannrichtung längs zur Gebäudeachse verläuft, spannen die Deckenelemente im übrigen Gebäu-debereich quer zur Außenwand. Die Außenwände werden als hochgedämmte Holztafelwände konzipiert und mit einer hinterlüfteten Holzfassade versehen. Alle nichttragenden Wände werden als Holzrahmenbau- oder Trockenbauwände geplant und sind für haustechnische Installationen gedacht.
Die Holzkonstruktion bleibt außen wie innen erfahrbar. Das Dach wird als Retentionsdach ausgebildet und erhält einen extensiven Gründachaufbau.

Das Erdgeschoss wird auf einer einfachen Flachgründung gegründet.

Material und Gestaltung
In den Innenräumen prägen Naturmaterialien und Naturfarbtöne die Gestaltung. Dazu zählen die sichtbare Holz- Akustikdecken sowie die Einbaumöbel aus Holz in den Klassenzimmern, den offenen Lernbereichen und den Garderoben. In weiten Teilen bleibt das Holztragwerk zudem sicht- und erlebbar. Die Fensterprofilie-rung sowie die Türen werden ebenfalls in Holz-Alu geplant, ebenso die Pfosten-Riegel- Fassade des Foyers. Der Fußbodenbelag wird in den hochfrequentierten Bereichen, wie beispielsweise der Aula, in Linoleum ge-plant, in den ruhigeren Klassen- und Differenzierungsräumen mit Nadelfilz.
Fassade
Die Gebäudehülle ist als vorgehängte hinterlüftete Holzfassade ausgebildet. Um optisch ein gleichmäßiges Erscheinungsbild der Fassade zu gewährleisten, erhält die Schalung bereits in der Herstellung eine Vorver-grauungslasur, die den natürlichen Alterungsprozess des Materials vorwegnimmt.

Die Gliederung der Fassade erfolgt durch horizontale Gesimse, die sich entlang der Fensterbänder abzeich-nen und die Gebäudehülle gliedert. Innerhalb der Fensterbänder wird eine stark profilierte Boden-Deckel Schalung eingesetzt, während in den Brüstungs- und Attikabereichen eine umgekehrte Leistenschalung für eine ruhigere Flächenwirkung sorgt.

Außenanlagen
Um das Gebäude herum bilden sich unterschiedlich strukturierte Grünflächen für klein und groß aus. Beson-ders für die Ganztagesbetreuung werden differenzierte naturnahe Freiräume angedacht, die zum Pausieren und Entspannen einladen. Während sich die Kinder an der Spielpyramide oder dem Balancierpfad im Süden sportlich betätigen können.

Visualisierungen: JEBENS SCHOOF ARCHITEKTEN BDA