Sakurabad, Buchholz

Städtebau: Der langgezogene Neubau entwickelt sich entlang der östlichen Grundstücksgrenze und steht als eigenständiger Baukörper neben dem bestehenden Friesengiebelhaus. Der einladende Eingangsbereich befindet sich unmittelbar an einem vorgeschlagenen, zusätzlichen Parkplatz vor dem Bestandsgebäude mit einem aus dem Hang modellierten Vorbereich. Die Schwimmhalle befindet sich geschützt im südöstlichen Gebäudeteil. Dadurch sind die Badenden vor Blicken von Passanten geschützt und der Raum erhält in den Morgenstunden direktes Sonnenlicht. Durch eine behutsame Eingrabung des Gebäudes passt es sich der Traufhöhe des Bestandes an und dominiert diesen nicht.

Zur Straße hin zeigt sich die Schmalseite des Gebäudes und nimmt sich dadurch sehr zurück. Erschließung: Das Gebäude gliedert sich in den Eingangs- Funktions- und den Hallenbereich. Durch einen Windfang wird ein kleines Foyer erreicht, über welches die Umkleidebereiche für Damen, Herren, Einzelpersonen und Rollstuhlfahrer erschlossen werden. Hier befindet sich auch ein kleiner Kassen- bzw. Büroraum und eine Erste-Hilfe-Raum sowie der Zugang zum Keller. Die Schwimmhalle mit dem 5 x 10 Meter großen Becken kann umlaufend begangen werden, wobei der Bereich zur östlichen, großzügigen Fensteröffnung als Liege- oder Behandlungsbereich 3,5 Meter breit gehalten ist. Alle für die Gäste zugänglichen Bereiche sind für mobil eingeschränkte Personen barrierefrei nutzbar. Gebäude: Das Gebäude ist in Grundriss, Konstruktion und Materialwahl sehr einfach gehalten und baut auf einem Raster von 62,5cm (Nebenraster) und 2,50m (Hauptraster) auf.

Wie die klassische japanische Architektursprache findet sich dieses Raster und die vielfachen davon in allen Konstruktions- Wand- und Öffnungsmaßen wieder und verleiht dem Bau eine selbstverständliche Strenge. Das Dach mit der flachen Dachneigung (10,4°) ist mit einem großzügigen Überstand von 1,80m geplant, welcher an japanische Wohnhäuser des 19. Jahrhunderts erinnert. Als Dacheindeckung wurden Faserzementwellplatten gewählt. Diese übersetzen sehr schön den klassischen Ziegel in eine Architektur des 21. Jahrhunderts und schaffen zudem eine dauerhafte Dachhaut auf dem flach geneigten Dach. Zur Traufe hin wird die Dachhaut abgestuft und so der Dachrand optisch betont. Die Fassade gliedert sich im 2,5m- Raster und wird bestimmt durch eine horizontale Lärchenholzverschalung, die zum Dach und Sockel hin durch einen Streifen aus Faserzementplatten gefasst wird. Die Fensteröffnungen beschränken sich auf eine großzügige, einladende, bodentiefen Verglasungen im Eingangsbereich und kleinere Öffnungen im Hallenbereich, über einer 60cm hohen Brüstung aus Mauerwerk bzw. Stahlbeton. Durch die horizontale Gliederung wird die ohnehin schon niedrige Höhe des Gebäudes noch abgemildert. Die Traufhöhe beträgt im oberen Bereich nur 2,27m und gleicht sich damit dem Bestandsgebäude an. Die Firsthöhe beträgt durch die schwache Dachneigung nur 3,86m im oberen und 4,66m im unteren Gebäudeteil. Im Innenraum wird durch die Eingrabung in das Erdreich trotz der geringen Gesamthöhe eine Raumhöhe von 3m im Traufbereich und 3,91m im Firstbereich erreicht.

Der untere Bereich des Gebäudes wird bis in die Höhe dieser Brüstung, also im Bereich der Erdberührenden Bauteile, massiv ausgeführt und im Erdreich eingelassen. So wird das natürliche Gefälle ausgenutzt, damit ein Minimum an Erdarbeiten nötig ist und trotzdem ein ebenerdiger Zugang geschaffen. Die Gebäudehülle wird oberhalb dieses massiven Teils als Holzskelettbau mit Ausfachungen ausgeführt, ähnlich gängiger Hallenkonstruktionen aus der Landwirtschaft. Das Haupttragwerk bilden Holzstützen und Sparren im Raster 2,5m und im Dachbereich eine zweite Ebene aus Holzriegeln in kleinerem Raster, welche die nötige Wärmedämmung und die Dachhaut aufnehmen. Auf diese Weise wird das Tragwerk von Innen sichtbar und Dämm- und Tragebene voneinander getrennt. Dies hat den Vorteil, dass die auftretende hohe Luftfeuchtigkeit in der Tragebene zu keinen Schäden führen kann. Die schwach geneigten Sparren werden im Bereich der Halle durch Stahlzugbänder gehalten. Dadurch wird die Konstruktion stützenlos. Im Bereich der Funktionsräume kann eine Firstpfette eingesetzt werden. Die Gebäudehülle wird weitgehend wärmebrückenfrei und mit hohem Dämmstandard geplant, sodass ein Primärenergiebedarf erreicht wird, der 30% unter dem eines Referenzgebäudes nach ENEV 2009 liegt.